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Dichterliebe

17.03.2018

Meine neukomponierte Dichterliebe basierend auf dem gleichnamingen Liederzyklus von Robert Schumann scheint für mich, zu einem dieser eigenen Werke geworden zu sein, in dem sich all das trifft, was für mich wichtig und bedeutsam ist. Wenn dies dann ungewollt zum Vorschein kommt, hat es die Möglichkeit zu strahlen und zwar über das eigene kleine Licht hinweg.

Die Dichterliebe – neukomponiert

nach Robert Schumanns “Dichterliebe” op.48 auf Texte von Heinrich Heine

für Tenor (oder Sopran) und 9 Instrumentalisten

Liebe, Einsamkeit und menschliche Endlichkeit: Ewige Themen durchziehen im scheinbar harmlosen Volksliedton die sechzehn Lieder von Robert Schumanns berühmter Dichterliebe auf Gedichte von Heinrich Heine. Diese Lieder sind Klang gewordene Imaginationen einer zerrissenen Seele. Einer rätselhaften Seele, die eine Liebe besingt, von der wir nicht wissen, ob sie erträumt oder reale Vergangenheit ist.

Ist bei Schumann jedes Lied für sich abgeschlossen, erscheinen die sechzehn Lieder in meinem Werk wie Inseln, die organisch in eine große, neu angelegte Komposition eingewebt sind. Grundlage meiner Komposition sind Schumanns Harmonien und Melodien, welche die Keimzellen meines Klangstroms bilden. Die Liedtexte Heines bleiben komplett erhalten, wie auch die Gesangslinien Schumanns, obgleich Textstellen wiederholt werden bzw. neue Schwerpunkte erhalten. Dabei bleibt alles im Fluss, einem klanglichen Strom des Unbewussten. Begleitet von assoziativen Visualisierungen erzählt mein Werk keine chronologische Geschichte, sondern öffnet überraschend einzelne Fenster in die menschliche Seele. Christian Jost