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ROTE LATERNE – Opernhaus Zürich

15.03.2015

Uraufführung ROTE LATERNE am 8. März 2015 am Opernhaus Zürich. Musikalische Leitung Alain Altinouglu, Regie Nadja Loschky, Bühne und Kostüme Reinhard von der Thannen. Meine neue Oper basiert auf dem Roman “Wives and Concubines” des chinesischen Autors Su Tong. Der Roman war ebenso Grundlage des Films “Raise the red Lantern” von Zhang Yimou.

Ist es erstebenswert einen Traum zu verwirklichen oder diesen Traum in seiner eigenen Wirklichkeit zu belassen? Ich hatte einen Traum und dieser war das Komponieren meiner Oper ROTE LATERNE. Das Libretto und die ersten zwanzig Minuten schrieb ich in Berlin, die rechtlichen neunzig Minuten der Oper in Taipei. Während der Komposition in Taipei im Sommer 2014, schien alles Teil dieser Oper zu sein. Die Garküchen, Bars und Restaurants, die 35grad Aussentemperatur bei 90% Luftfeuchtigkeit, die Gespräche mit Freunden und deren Anteilnahme an der Komposition, meine nächtlichen Spaziergänge zu Huashan Park, der in unmittelbarer Nachbarschaft zu meinem Apartment am ShanDao Temple lag, die Besuche meiner Freunde des Legend Lin Dance Theatre, die mir mitten in der Nacht Lieder der Taiwanesischen Ureinwohner vorsangen und diese sogleich kompositorisch von mir stylisiert wurden, wie auch alles andere, das ich in mein System aufnahm und sich wie eine berauschende Wolke um mich legte, in der ich nur einzuatmen brauchte um sogleich Klang in Rhythmus und Rhythmus in Klang zu verwandeln.

Im Idealfall geht der Traum nahtlos in die Wirklichkeit über, das kommt aber eher selten vor. Im Falle der ROTEN LATERNE war die Komposition in Taipei mindestens so wirklich wie die Bühnenproduktionsphase in Zürich. Eine sicherlich ungewöhnliche Fügung, die das gesamte Unternehmen ROTE LATERNE, vom Moment meiner ersten Idee bis zum Schlussapplaus der Premiere zu einem geschlossenen ungetrübten Bogen hat werden lassen.