Hamlet

12 musikdramatische Tableaux nach William Shakespeare

Jost interpretiert Shakespeares Tragödie als die „Geschichte einer surrealen Reise ins Innere“. Hamlet wird in seiner Version von einer weiblichen Stimme gesungen. Damit deutet Jost universelle Gültigkeit jenseits des individuellen Schicksals an. Hamlets lange, schmerzhafte Suche nach Wahrheit und Erkenntnis ist eine Reflexion der existenziellen Grundfrage eines Menschen, der durch ein einschneidendes Erlebnis aller Sicherheit beraubt wurde. „Diese Unklarheit wird dadurch verstärkt und zum eigentlichen Gegenstand der Oper, dass Hamlet an entscheidenden Punkten des Geschehens ganz buchstäblich als Figur ‚aufgelöst’ wird: in seinen reflektierenden Monologen übernehmen Chorstimmen seinen Text. Diese Chorsätze erweitern den Raum des Titelhelden und verzerren die Zeitstruktur der unmittelbaren Handlung, indem die handlungstreibenden Momente gerafft und in hohem Tempo dargestellt werden, während die von innerer Spannung getragenen Monologe sich als ruhende Inseln im Gesamtgefüge etablieren“.

Christian Jost

In das deutsche Libretto wurden stellenweise englische Originalpassagen eingefügt – teilweise im Wechsel mit dem deutschen Text, teilweise parallel dazu (Innere Stimmen).