Rumor

Oper in 15 Szenen

Beim Libretto für Rumor ging Christian Jost von dem berühmten Roman Der süße Duft des Todes des mexikanischen Schriftstellers Guillermo Arriaga aus. Der Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur ist auch für seine Filme wie 21 Gramm oder Babel bekannt.

In einem abgelegenen mexikanischen Dorf wird das Mädchen Adela ermordet aufgefunden. Sie war mit ihrer Familie erst vor kurzer Zeit in diesen Ort gezogen. Die Dorfbewohner nehmen die Ermittlungen selbst in die Hand, da sonst keine moralische Instanz vorhanden ist. Sofort kursieren wilde Gerüchte, unter anderem, dass Adela eine Beziehung mit dem jungen Wirt Ramón geführt habe. Dieser kannte Adela zwar nur flüchtig, war aber heftig in sie verliebt und dementiert die Gerüchte deshalb nicht. Als herauskommt, dass Adela eine Affäre mit einem verheirateten Mann hatte, wird Ramón immer mehr in die Geschichte verstrickt. Obwohl der Mord nicht aufgeklärt werden kann, ist der angebliche Täter schnell gefunden: Der fahrende Händler Gitano soll mit einer Frau gesehen worden sein. Ramón erklärt sich bereit, ihn zu töten, um seine vermeintliche Geliebte zu rächen.

Jost bearbeitete die Vorlage mit Zustimmung des Autors stark und setzt in seinem Libretto eigene Schwerpunkte. Fragen um die Bedeutung von Realität, die Macht von Gerüchten und vor allem von Rache stehen im Vordergrund. Für ihn ist Rumor „eine Oper, in der aus Illusion Wahrheit wird, Gerüchte zu Tatsachen werden, Lust und Begehren in eine Treibjagd münden, ein Todesengel noch einmal sterben muss und die Liebe sich über Grenzen von Zeit und Raum hinwegzusetzen vermag“. (Christian Jost)
Jost ergänzt das klassisch besetzte Orchester um E-Bass, Vibraphon, Celesta und Marimbaphon. Die Musik zeichnet mit ihren sehr differenzierten klanglichen und harmonischen Nuancen ein eindrucksvolles Psychogramm der psychologischen und emotionalen Abgründe der handelnden Personen, die sie unausweichlich in den Strudel tragischer Verstrickungen hineinziehen. Die Gesangspartien sind ebenso dankbar wie anspruchsvoll und effektreich.

Christian Jost